Die fünfte Praktikumswoche
20. - 24. September 2010
Marjel Dema, Düsseldorf
Klammheimlich zogen vier spannende und erkenntnisreiche Praktikumswochen voller Arbeit auf hochinteressanten Rechtsgebieten, wie etwa dem europäischen Insolvenzrecht, von dem man in der Ausbildung eigentlich sehr wenig bis gar nichts hört, vorbei. Und so langsam schlich sich bei dem einen oder anderen Praktikanten ein leichter Hauch von Wehmut im Hinblick auf das nahende Ende ein.
So begann dann auch die fünfte Woche mit den üblichen morgendlichen Begrüßungen an die Bürokollegen. Anschließend machte ich mich auf, an einem Vermerk weiter zu arbeiten, der eine bestimmte Frage im Rahmen eines größeren Schiedsverfahren klären sollte. Tatkräftig wurde ich bei dieser Aufgabe von dem Referendar Thomas Gennert unterstützt, der mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Simultan zum Schreiben des Vermerks betrieb ich Recherche für Herrn Gennert. Dadurch entstand ein dynamischer Arbeitsprozess, wodurch ich nicht bemerkte wie schnell die Uhr Feierabend schlug.
Die Praxisgruppenvorstellung hatte diese Woche den Bereich Antitrust zum Gegenstand. Hierüber referierte Herr Clemens York aus dem Brüsseler Büro. Dadurch, dass ich bis dato noch nicht mit dem Kartellrecht in Berührung gekommen war, stellte sich die Vorstellung als äußerst gewinnbringend dar, weil ich dadurch erste Einblicke erhielt.
Am Dienstag nahm ich den Feinschliff an dem Memorandum vor, weil am Mittag eine Sitzung mit meinem Mentor und dem Referendar, Thomas Gennert, anstand, in der die Inhalte vorgetragen werden sollten. Doch vorher wurde noch das shearmansche Ritual gepflegt und bei heiterer und kommunikativer Stimmung im ,,Schiffchen’’ mit den Kollegen gegessen. Nach dem Essen kam es nun auch zur Sitzung, in der wir Punkt für Punkt des Vermerks diskutierten. Die Sitzung war sehr konstruktiv und machte mir nochmals die Komplexität und Präzision der juristischen Arbeit bewusst. Die erzielten Ergebnisse konnten so beibehalten werden, zusätzlich sollten wir uns aber noch einem weiteren Gesichtspunkt widmen, der neu hinzutrat.
Auch am Mittwoch und Donnerstag befasste ich mit dem Verfassen des Vermerks. Durch die Dauerhaftigkeit begann ich mich so langsam mit der Aufgabe zu identifizieren und auch privat über die ihr zugrunde liegenden Rechtsprobleme zu grübeln. Für ein wenig Abwechslung sorgte das Screenen von Verhandlungsprotokollen für ein Projekt in dem ich von Beginn des Praktikums an involviert war.
Freitag verließ uns bereits der erste Mitpraktikant. Doch dies tat er nicht, ohne uns für seine künftige Abwesenheit mit einem herzhaften Frühstück zu entschädigen. Das Brain-Seminar wurde diese Woche per Videokonferenz geführt, weil die Referenten in München saßen. Es wurde von Vertretern der Allianz zu dem Thema ,,D&O Versicherung’’ vorgetragen. So ging nun auch die fünfte Praktikumswoche voller neuer Eindrücke vorüber…
Sandra Römer, FrankfurtDie fünfte Woche ist nun schon vorbei und das Praktikum neigt sich dem Ende entgegen. Sehr schade, wie ich finde. Und da wir den Moot Court in der letzten Woche erfolgreich gemeistert haben, konnten wir uns diese Woche wieder mehr mit den alltäglichen anwaltlichen Tätigkeiten auseinandersetzen.
Zugeteilt bin ich der Gruppe „Tax“, in der ich mich neben steuerrechtlichen Thematiken auch mit verschiedenen Facetten des Gesellschaftsrechts beschäftige.
Schon zu Beginn meines Praktikums erhielt ich eine Langzeitaufgabe, die mich bis dato immer tiefer in das Investmentsteuerrecht und dessen Bezüge zu anderen Bereichen dringen lässt. So startete ich mit einem Überblick und den gesellschaftsrechtlichen Grundzügen und nun in der fünften Woche lag mein besonderes Augenmerk auf dem Zusammenspiel zwischen Investmentsteuerrecht und dem Außensteuerrecht. Es ist erstaunlich, wie man seine Kenntnisse in diesem Bereich in kurzer Zeit intensiviert und wie viel Freude man dann bei der Bearbeitung dieser Themen hat. Sehr freut mich auch, dass meine Beiträge immer kommentiert sowie diskutiert werden und mein Mentor für jede meiner Fragen zur Verfügung steht.
Daneben erhalte ich auch immer wieder andere Aufträge: Recherchen, die vor allem das Thema Abgeltungsteuer, oder auch andere aktuelle Problematiken betreffen, Analysen zur Rechtslage (nicht unbedingt immer rein steuerrechtlicher Art) sowie Überlegungen zu Gesetzesstrukturen des Steuerrechts.
Bei unserem allwöchentlichen Tax-Lunch werden aktuelle Entscheidungen des BFH sowie sonstige steuerliche Entwicklungen besprochen.
Natürlich fand auch in der fünften Woche wieder eine Vorstellung einer Praxisgruppe statt. Dieses Mal wurde von einem Associate des Brüsseler Büros per Videokonferenz die Gruppe „Antitrust“ vorgestellt. Außerdem wurde beim Brain-Lunch am Freitag zu dem Thema D & O Versicherung referiert, was für mich völliges Neuland war, aber sich doch als spannendes Thema herausstellte.
Abschließend möchte ich die tolle Atmosphäre bei Shearman & Sterling hervorheben. Ich fühlte mich bereits nach kurzer Zeit als Teil des Teams und mir wird stets das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.
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