Die vierte Praktikumswoche
22.-26. September 2008



Luisa Schmidt, München

Die vierte Woche meines Praktikums empfand ich als besonders spannend und vielseitig.

Innerhalb der ersten drei Wochen wurde uns Praktikanten die Möglichkeit gegeben, uns mit unserer Arbeit vertraut zu machen und uns in unsere Praxisgruppe einzuleben. Ich wurde für das Praktikum der Abteilung Finance zugeteilt, und betrat hiermit für mich völlig neuen Boden. Schnell jedoch fand ich Begeisterung an der Komplexität dieses Bereichs und an den immer wieder neuen Aufgabenstellungen, an denen ich als Praktikantin arbeitete.

In der vierten Woche jedoch beschränkte sich meine Arbeit hauptsächlich auf die Vorbereitungen für den Moot Court, den wir am Donnerstag in Düsseldorf nachspielen sollten. Grundlage hierfür bildeten die Schriftsätze des letzten Willem C. Vis Moot Court. Die Praktikanten sollten sich hierfür in Zweier-Teams einteilen und wurden dann der Kläger- oder der Beklagtenseite zugeteilt. Meine Partnerin für den Moot Court war Kirsten aus Düsseldorf und wir stellten das einzige standortübergreifende Team dar, weshalb die Vorbereitung auf den Moot Court eine besondere Herausforderung darstellte.

Nachdem also am Montag der obligatorische Wiesn-Besuch des Münchener Büros stattgefunden hatte, und wir am Dienstag zum ersten Mal einen Praxisgruppenbericht aus München hören durften (International Taxation) war in meiner Abteilung kurzzeitig bedrückte Stimmung angesagt. Herr Wallner, der ebenfalls im Finance-Bereich tätig war, verabschiedete sich am Dienstag, da es ihn zu einem LL.M.-Studium nach England zog.

Am Donnerstag flogen Max, Benedikt und ich zum standortübergreifenden Praktikantentreffen nach Düsseldorf, um dort den Moot Court nachzuspielen. Hierbei lernten wir die anderen Praktikanten, aber auch viele weitere Anwälte aus dem Düsseldorfer und Frankfurter Büro kennen. Nachdem die erste Aufregung verflogen war, machte der Moot Court richtig Spaß. Und belohnt wurden wir auch: nach dem Moot Court wurden wir auf der Düsseldorfer Dachterrasse zur „Shearman Lounge“ empfangen, bei der man noch einmal die Möglichkeit hatte, sich mit den Anwälten, Referendaren und Praktikanten in ungezwungener Atmosphäre zu unterhalten.

Am Freitag fuhren wir abschließend noch zu einem Hedge-Fond-Seminar im Köln, zu dem auch mein Mentor anreiste. Hier hatte man die Möglichkeit, seine Kenntnisse bzgl. Hedge-Fonds auf sehr hohem Niveau zu erweitern.

Besonders schön empfand ich in dieser Woche die Möglichkeit, auch die Praktikanten und Anwälte aus den anderen Büros kennen zu lernen und ich freue mich bereits jetzt darauf, die meisten von ihnen in zwei Wochen bei „Brain meets Art“ wieder zu sehen.


Jonas Scholz, Frankfurt

Freitag, den 26. September 2008 – im ICE irgendwo zwischen Köln und Mainz. Nun neigt sich auch die 4. Woche unseres Praktikums bei Shearman & Sterling schon gen Ende. Am gestrigen Donnerstag haben sich alle Teilnehmer des Programms „Student meets Practice“ (Praktikanten aus Düsseldorf, München und Frankfurt)  im Düsseldorfer Büro getroffen. Das Team der Praxisgruppe „International Arbitration“ hatte hier einen Mini-Moot-Court für uns vorbereitet – ein voller Erfolg, wie sich herausstellen sollte. Nach 3 lebendigen, ja bisweilen gar hoch dramatischen Runden Mooting waren wir alle einer wertvollen Erfahrung reicher, die einem sonst wohl nur vergönnt ist, wenn man viel Zeit in die Teilnahme an einem der großen Moot Courts investiert. Insbesondere das individuelle Feedback von den Profis der Arbitration Gruppe war sehr hilfreich.

In der Zwischenzeit hatten viele fleißige Hände die fünfte Etage mit zugehöriger Terrasse in eindrucksvoller Weise zur „Shearman Lounge“ verwandelt. Hier feierten wird bei Barbecue, Capirinhas und frostschutzfreiem Sekt den krönenden Abschluss dieses ereignisreichen Tages.

Ich denke, ich spreche für alle Praktikanten, wenn ich mich bei Frau Dr. Jansen, Frau Cohen und dem ganzen Arbitration-Team, Herrn Bieler, Herrn Mitt und dem Düsseldorfer Office-Team für diesen tollen Tag ganz herzlich bedanke. Heute haben wir dann an dem überaus interessanten „Brain Seminar“ zum Thema Hedge Fonds teilnehmen dürfen. Nächste Woche geht es wohl spannend weiter angesichts der turbulenten Ereignisse, die die Welt des Kapitalmarktes derzeit bereit hält.


Friedrich Ostendorf, Düsseldorf

Die vierte Woche unseres Praktikantenprogramms war vor allem von der standortübergreifenden Moot Court Veranstaltung geprägt. In Anlehnung an den letzten Willem C. Vis Moot International Commercial Arbitration Moot Court, erhielt zunächst jeder Praktikant zur Vorbereitung ein Dossier ausgewählter Dokumente, unter anderem eine Darstellung des Sachverhalts, sowie die schriftlichen Memoranda der Kläger und Beklagten. Zunächst schlossen sich alle Praktikanten jeweils zu zweit in Teams zusammen und entschieden sich entweder für die Seite des Klägers oder der Beklagten. Dann gingen die Vorbereitungen auch schon los. Ich vertrat zusammen mit David Jansen die Klägerseite.

Nachdem die Praktikanten aus Frankfurt und München am Donnerstagmorgen im Düsseldorfer Büro, welches Veranstaltungsort des Moot Courts war, eintrafen und von Dr. Esther Jansen begrüßt wurden, konnte der Moot Court beginnen. Unter der Leitung von Amy Cohen und den anderen Associates der Frankfurter Practice Group International Arbitration wurde jeweils ein Klägerteam einem Beklagtenteam für die ersten zwei Entscheidungsrunden zugeordnet. Die Schiedsgerichte bestanden aus zwei Schiedsrichtern - jeweils ein Associate aus der Practice Group International Arbitration und einem Düsseldorfer Associate. Nach jeder mündlichen Verhandlung mussten wir uns sowohl dem Lob als auch der Kritik der Schiedsrichter stellen und erhielten wertvolle Tipps, u.a. Sprech- und Argumentationstechnik oder welche Argumente besonders überzeugten und welche weniger. Nach den zwei ersten Entscheidungsrunden kamen die vier besten Teams weiter und erhielten die Gelegenheit, in einer Finalrunde ihr rhetorisches Können und ihre juristische Argumentationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Insbesondere der sonst im deutschen Jura Studium doch sehr vernachlässigte Aspekt der  „Oral Advocacy“ wurde so geschult und uns näher gebracht. Die Möglichkeit, selbst einen Standpunkt in einer mündlichen Verhandlung zu vertreten, durch juristische Argumentation das Schiedsgericht von sich zu überzeugen und vor allem auch die Argumente der Gegenseite im „Rebuttal“ spontan erwidern zu müssen, hat mir sehr gefallen. Diese Erfahrung und vor allem die Tipps und Kritik der Schiedsrichter, waren sicherlich nicht nur für unser weiteres Studium, sondern auch für unsere spätere Berufslaufbahn überaus lehr- und hilfreich.

Den gelungenen Moot Court ließen wir in der extra für diesen Zweck eingerichteten „Shearman Lounge“ auf der Dachterrasse des Düsseldorfer Büros ausklingen. Neben einem sehr leckeren Buffet konnten wir zusammen mit den anderen Praktikanten, Associates und Partnern die tolle Aussicht und Atmosphäre genießen.

Am Freitag stand dann die externe Brain-Veranstaltung zum Thema „Hedge Fonds“ in Köln auf dem Programm, an welcher wir gemeinsam mit den Frankfurter und Münchener Praktikanten teilnehmen durften. Dr. Michael Fischer von Ospraie Management, LLC aus New York referierte über Struktur, rechtlichen Regelungsrahmen und verschiedene Strategien von Hedge Fonds und berichtete auch aus seiner persönlichen Erfahrung und Arbeit.

Mit diesen Veranstaltungen wurde uns diese Woche von Shearman & Sterling wieder ein außerordentliches Programm geboten, das sich nur schwer übertreffen lässt.

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