Die vierte Praktikumswoche
13. - 17. September 2010


Katarzyna Pater & Bernd Düsterbeck, Düsseldorf

Die 4. Praktikumswoche stand im Zeichen des Moot Courts im Frankfurter Büro am Donnerstag. Somit galt es von Montag bis Mittwoch die bestehenden Aufgaben zu erledigen und die Plädoyers für den Moot Court vorzubereiten.

Am Montag stand ebenfalls die Vorstellung der Praxisgruppe „Tax“ an, die von Herrn Dr. Dr. Mückl aus dem Münchner Büro per Videokonferenz präsentiert wurde. Dabei ging er auf die Bedeutung der Praxisgruppe innerhalb der Kanzleistrukturen ein und stellte sehr anschaulich dar, wie wichtig die Arbeit eines Steuerrechtlers in einer Großkanzlei ist.

Anschließend hielten wir noch eine kurze Vorbesprechung ab, um uns auf den Moot Court vorzubereiten. Bis zur Abreise in Frankfurt am Donnerstag mussten wir einige Vermerke und Aufgaben erledigen, u.A. einen Vermerk zum Problem der beschränkt persönlichen Dienstbarkeiten im UmwG im Lichte der Rechtsprechung des OLG Schleswig, die Mitarbeit an einem Vermerk zum Thema SPA sowie die Mitgestaltung einer Präsentation zum DrittelbG. Die weitere Arbeit bestand in der Erstellung von Notizen zum Moot Court Fall und in der Entwicklung von Argumentationsstrukturen.

Am Donnerstag war es endlich soweit! Um sieben Uhr in der Früh fanden sich alle Praktikanten am Düsseldorfer Bahnhof ein, um den ICE nach Frankfurt zu nehmen. Die kurze und komfortable Fahrt von 1 ½ Stunden konnte zur weiteren Vorbereitung oder zur Spekulation über das Siegerteam genutzt werden. In Frankfurt angekommen, ging es per Taxi zur Kanzlei, wo ein reichhaltiges Frühstücksbuffet zur Stärkung bereit stand. Dabei konnten schon die ersten Kontakte mit den anderen Praktikanten geknüpft werden. Nach einer kurzen Einführung zum Ablauf des Moot Courts wurde es dann ernst. Die Gruppen wurden den entsprechenden Jurys und Räumen zugewiesen. Die erste Runde gestaltete sich als Proberunde, bei der wir die Möglichkeit bekamen, uns an das Plädieren zu gewöhnen. Nach der Runde erhielt jeder ein persönliches Feedback, welches in der nächsten Runde umgesetzt werden konnte. Bei einer Mittagspause wurde das Gespräch mit den anderen Praktikanten weitergeführt.

In der zweiten Runde wurden die Karten neu gemischt und jedes Team bekam einen anderen Gegner, sowie ein neues Jury-Team. Aufgrund des Feedbacks der ersten Runde war es allen Teams möglich, sich in der zweiten Runde zu steigern. Zwar reichte es nicht ganz für das Finale, doch erhielten die beiden Autoren in der zweiten Runde ein sehr gutes Feedback für ihre Plädoyers.

Das Finale fand zwischen einem Frankfurter und dem Münchener Team statt. Die restlichen Praktikanten fungierten als Schiedsrichter. Der Rollenwechsel war eine gute Möglichkeit, die Seite der Jury kennen zu lernen. Im Anschluss fand die Siegerehrung und das Verteilen der Abschiedsgeschenke statt, sodass der Abend dann im Restaurant „Vini... da Sabatini“ bei einem guten Glas Wein und tollem Essen ausklingen konnte.

Trotz des langen Tages, hatten einige Praktikanten und Anwälte noch die Kraft, die Nacht zum Tage zu machen und in einer angesagten Bar im Zentrum Frankfurts noch etwas trinken zu gehen. In angenehmer Atmosphäre konnte man sich mit den Praktikern über berufliche und private Themen unterhalten. Später ging es ins Hotel, um sich nach diesem aufregenden Tag für den nächsten Tag auszuruhen.

Um neun Uhr am nächsten Morgen fanden sich die Praktikanten aus Düsseldorf, München und Frankfurt, sowie einige Anwälte aus diesen Standorten wieder in der Kanzlei ein. Bei einem ausgiebigen Frühstück wurden die Eindrücke des Vortages ausgetauscht.

Im Anschluss fand das „Brain-Seminar“, gehalten von Herrn Prof. Dr. Habersack zum Thema „Mitbestimmung“, statt. Dabei ging er insbesondere auf die praktisch relevanten Themen ein, auf die der Anwalt in seinem Berufsalltag treffen kann. Dies bot auch für uns die Chance, mit einer Rechtsmaterie in Berührung zu kommen, die im Studium eher stiefmütterlich behandelt wird.

Am Abend ging es dann schließlich zurück nach Düsseldorf. Da Zug fahren gelernt sein will, stiegen wir zunächst in den falschen ICE. Nach einer kurzen Wartezeit am Bahnhof am Frankfurter Flughafen, ging es dann jedoch reibungslos weiter. Während der Zugfahrt waren sich alle über die gelungene Zeit in Frankfurt einig.

Kurz vor halb zehn abends erreichten wir Düsseldorf Hbf, wo sich unsere Wege trennten.

 

Juliane Linhart, Frankfurt

An diesem Montagmorgen begann nun schon meine vierte Praktikumswoche. Die Zeit bis dahin ist unglaublich schnell vorbeigegangen und so sollte es auch diese Woche weitergehen.

Zu Beginn der Woche wurde wie gewohnt eine weitere Praxisgruppe vorgestellt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den anderen Praktikanten und Referendaren erzählte uns diesmal Herr Dr. Dr. Norbert Mückl aus München per Videokonferenz über die Arbeit der Praxisgruppe Tax. Wir erfuhren, dass Shearman & Sterling in diesem Bereich nicht nur als Anwaltskanzlei tätig ist, sondern zudem auch eine eigene Steuerberatungsgesellschaft (S & S Strategie + Service Steuerberatungsgesellschaft mbH) mit Sitz in Frankfurt hat.

Nach der Vorstellung ging es dann mit dem „Arbeitsalltag“ weiter. Ich bin der Arbeitsgruppe Capital Markets zugeteilt, eine Untergruppe von European Corporate. Wir arbeiteten gerade an einer Publikation über Dual Listings besonders von deutschen Unternehmen innerhalb anderer Mitgliedstaaten des EWR und der Schweiz. Für diesen Aufsatz musste ich die Übersetzung von einigen Texten aus England, Italien und Frankreich noch einmal überarbeiten, sodass diese auch zu dem bereits stehenden deutschen Text gepasst haben. Außerdem musste ich auch überprüfen, ob wir von den verschiedenen Ländern auch all die Angaben bekommen haben, die wir benötigten. Die Arbeit an dieser Publikation beschäftigte mich zum größten Teil für die nächsten Tage.

Am Donnerstag fand dann endlich der interne Moot Court statt. Alle Praktikanten trafen sich morgens zu einem gemeinsamen Frühstück im Frankfurter Büro. Nun konnte ich auch einmal die anderen Praktikanten in Wirklichkeit sehen, die ich sonst nur von den Videokonferenzen kannte. Wir wurden in acht Teams eingeteilt, jeweils vier Claimant und Respondent. Ich selbst war mit Hyeon-Su Kim in einem Respondent-Team. Vor der ersten Runde waren alle ein bisschen aufgeregt, aber in der ersten Verhandlung legte sich das relativ schnell. Wir bekamen ein Feedback zu unserem Pleeding und konnten dieses nach einer Mittagspause direkt in der nächsten Runde umsetzten. Am Nachmittag gab es dann nochmal eine Endrunde, in der noch einmal zwei Teams verhandelten und die restlichen Teams diesmal als Schiedsrichter beisaßen. Der Tag wurde dann mit einem Abendessen gemeinsam mit einigen Frankfurter Anwälten und Partnern abgerundet.

Am letzten Tag der Woche fand diesmal ein eintägiges Brain-Seminar in unserem Frankfurter Büro statt. Prof. Dr. Mathias Habersack von der Eberhard Karls Universität Tübingen referierte zum Thema „Mitbestimmungsrecht“. Hierzu fanden sich Anwälte aus allen deutschen Büros am Morgen wieder zu einem gemeinsamen Frühstück ein. Das Seminar dauerte den ganzen Tag und gab selbst für mich einen guten Überblick über die unternehmerische Mitbestimmung, obwohl ich mit diesem Thema während meines Studiums bis jetzt noch nicht in Berührung gekommen bin.

So ging dann auch die vierte Praktikumswoche zu Ende und ich freue mich schon jetzt auf meine zwei letzten noch verbleibenden Wochen.



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