Die dritte Praktikumswoche
06. - 10. September 2010
Katarzyna Pater & Bernd Düsterbeck, Düsseldorf
Am Montag begann die 3. Woche des Praktikumsprogramms „Student meets Practice“ im Düsseldorfer Büro, in der es zahlreiche neue Ereignisse gab.
Noch am selben Tag stand die Praxisgruppenvorstellung „Capital Markets“ auf dem Programm, bei dem uns Frau Patricia Pehrsson und Herr Alexander Pulte aus dem Frankfurter Büro per Videokonferenz einen Einblick in die Arbeitsweise der oben genannten Praxisgruppe zeigten.
Anschließend wurden die noch ausstehenden Projekte, u.A. ein Vermerk zur Mehrfachvertretung, zum Financial Expert und zur dinglichen Surrogation von Pfandrechten innerhalb der Verschmelzung von Unternehmen, fortgeführt. Dabei standen uns bei der Recherche zu diesen anspruchsvollen und in der Literatur häufig selten vertretenen Themen die Damen (und der Herr) aus der hauseigenen Bibliothek tatkräftig zur Seite und kopierten und druckten sich die Finger wund.
Dienstag ging es wie jede Woche zum Essen in die Altstadt ins „Schiffchen“, wo wir zusammen mit den Associates und Referendaren Erfahrungen zum Studium etc. austauschen konnten.
Am Mittwoch fand am OLG Düsseldorf eine spannende Verhandlung eines „Flüssiggaskartells“ statt, in der ein Zeuge ganze zehn Stunden befragt wurde, weil der vorsitzende Richter sich nach jedem Satz „beraten“ musste. Des Weiteren fand eine kurze Telefonkonferenz nach New York statt, bei der eine Recherchearbeit besprochen wurde.
Donnerstag standen wieder die sich auf dem Schreibtisch türmenden Aufgaben auf dem Programm. Hierzu gehörten vor allem Vermerke und Literaturrecherchen. Hierfür mussten auch die verstecktesten Quellen ausfindig gemacht und analysiert werden.
Parallel zur der normalen Arbeit begann auch die Vorbereitung auf den bevorstehenden Moot Court, der im Frankfurter Büro zusammen mit den Praktikanten der anderen deutschen Standorte in der nächsten Woche stattfinden wird.
Der Donnerstag ging nicht nur auf Grund der spannenden Arbeit schnell zu Ende. Zusätzlich stand Besuch aus der Heimat an, der den Tag noch zügiger ablaufen ließ.
Freitag fand leider nicht wie üblicherweise an Freitagen das Brain-Lunch statt, da der Referent verhindert war. Somit widmeten wir uns wieder unseren täglichen Aufgaben, u.A. einer Recherche zum Thema Obliegenheiten im BGB und der Frage der formellen Anforderungen an Mietverträge, bei der eine der beiden Parteien eine GmbH ist. Hierzu konnte besonders hilfreich auf einen Aufsatz von unserem Kollegen Carlos Robles y Zepf zurückgegriffen werden. Auch kam Giuseppe Sferrazza, Mentor des Praktikanten Düsterbeck, aus seinem wohlverdienten Urlaub zurück und erfuhr leider von der in seiner Abwesenheit stattgefundenen Niederlage beim „Two Birds Cup“, sodass spontan für die restlichen Praktikumswochen Trainingseinheiten einberufen werden mussten.
Somit neigte sich die 3. Woche dem Ende zu. Trotz einer anstrengenden, aber lehrreichen Woche blieb die Stimmung in unserem Praktikantenbüro stets humorvoll. Dies wird es bestimmt auch in der nächsten Woche wieder sein.
Hyeon-Su Kim, Frankfurt
Die dritte Woche und somit die erste Hälfte des Praktikums gingen wie im Flug vorbei. Obwohl eigentlich der Praxisgruppe Capital Markets zugeteilt, bin ich per Zufall seit knapp über einer Woche für Herrn Odilo Wallner tätig gewesen, im Bereich des European Finance. Ich durfte umfangreiche Recherchen zur Gesamtgläubigerschaft in Hinblick auf ihre Tauglichkeit im Rahmen eines Konsortialkredits anstellen. Entgegen von Gerüchten, dass in der Praxis „alles anders“ als im Studium ist, musste ich mich also in die tiefste Dogmatik des Schuld- und Sachenrechts werfen. Diese Aufgabe beschäftigte mich die ganze Woche, weil ich nach der Recherche ein ca. zehnseitiges Memorandum anfertigen sollte. Unterbrochen wurde diese Arbeit nur durch die Praxisgruppenvorstellung Capital Markets von Frau Patricia Pehrsson und Herrn Alexander Pulte am Montag sowie den Brain-Vortrag von Herrn Matthias Laier am Mittwoch.
Am Donnerstag fand der wöchentliche Finance-Lunch statt, bei dem ich ob der mir zugeteilten Recherche-Aufgabe auch teilnehmen durfte. Während des Mittagessens besprechen die Anwälte aus der Praxisgruppe Finance in Deutschland wöchentlich ihre Standard-Vertragsklauseln. Und im Moment stand die Gesamtgläubigerschaft auf der Tagesordnung. Obwohl ich mit der Befürchtung hineingegangen bin, dass ich nichts verstehen werde, war ich am Ende selbst überrascht, wie viel ich verstanden bzw. wie wenig ich nicht verstanden hatte! Weil ich mich bereits eine Woche lang mit der Gesamtgläubigerschaft auseinander gesetzt und in diesem Rahmen auch ein wenig „breit“ gelesen hatte, konnte ich den Anwälten gut folgen, auch wenn relativ häufig Fachwörter fielen. Während dieser Telefonkonferenz konnte ich auch die Kautelarjurisprudenz par excellence mitverfolgen. Denn nachdem die Dogmatik zur Rechtskonstruktion der Gesamtgläubigerschaft erläutert wurde, sollten die Verträge der Kanzlei überdacht werden.
Den Rest des Donnerstags und Freitag war ich letztlich weiter damit beschäftigt, die recherchierten Ergebnisse auf Papier zu bringen. Eigentlich schade, dass bereits die Hälfte der Zeit vorbei ist…
Franziska Schnuch, MünchenDie dritte Woche bei Shearman & Sterling brachte bei mir schon etwas Gewohnheit mit sich. Ich hatte mich inzwischen an meinen Arbeitsplatz als auch an meine neuen Kollegen gewöhnt.
Ich bin der Praxisgruppe Tax in München zugeteilt. Eine kleine, sehr nette Abteilung. Zunächst hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl bei dem Gedanken an Steuerrecht, da ich mit diesem Fach bisher noch nicht in Berührung gekommen bin. Somit stand ich zu Beginn diesem Thema etwas hilflos gegenüber.
Dies sollte sich jedoch bald ändern. Sowohl meine Mentorin Stephanie Bruhn, als auch der Partner Herr Dr. Frey, dem ich zugewiesen bin, erklärten mir mit unendlicher Geduld die Strukturen des Steuerrechts und insbesondere die des internationalen Steuerrechts. Hierbei schien es sie nicht zu stören, dass mir selbst die Grundlagen des Steuerrechts bis dato fremd waren und ich auch immer wieder nachfragte um zu verstehen. Zwar ist der Einstieg in ein neues Rechtsgebiet stets mühsam, die Gespräche mit Stephanie Bruhn und Herrn Dr. Frey machten dies jedoch viel leichter und angenehmer und ich hatte Spaß daran Neues zu lernen. Insgesamt gesehen finde ich es besonders schön nach zwei Wochen zum Teil schon zu erkennen, was ich in dieser Zeit alles gelernt habe.
Eine andere Sache, die sehr schön war, war die Ergebnisse seiner Arbeit zu sehen. Ich bekomme neben einer Langzeitaufgabe mehrere kleinere Aufgaben, bei denen ich etwas Korrektur lese, oder kleinere Tabellen erstelle. Das interessante an den Aufgaben ist jedoch, dass sie mir stets genau erklärt werden. Die Aufgabe ist nicht lediglich die Texte auf Rechtschreibfehler und Grammatik zu überprüfen, sondern auch auf inhaltliche „Fehler“ einzugehen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Dies fiel mir zunächst etwas schwer, da ich (wie gesagt) von der Materie Steuerrecht keine Kenntnisse besaß. Jedoch legte sich diese Scheu mit der Zeit und – was mich besonders erstaunte – meine Vorschläge wurden gleichwertig angenommen.
Dies führt mich zu einem anderen Punkt, der mich bisher in meinem Praktikum positiv überrascht hat. Ich werde als Praktikantin den anderen Mitarbeitern gegenüber als gleichwertig behandelt und respektiert. Ein für mich persönlich sehr wichtiger Bestandteil des Praktikums.
Wie auch schon in den letzten zwei Wochen beginne ich meine Arbeitstage in der dritten Woche mit einem Besuch bei meiner Mentorin Stephanie Bruhn. Sie ist für mich die erste Anlaufstelle, wenn ich irgendwelche Fragen habe. Mit viel Geduld erklärt sie mir sowohl steuerrechtliche Problemstellungen, als auch allgemeine, mein Studium und späteren Berufsweg betreffende Fragen. Doch nicht nur die mir offiziell zugeteilten Betreuer stehen mir mit gutem Rat zur Seite, sondern am gesamten Standort treffe ich auf offene Türen und Ohren. Die Anordnung und Beschaffenheit der Büros macht es mir leichter auf die Kollegen zuzugehen, da die bereits gläsernen Türen stets offen stehen und mir das Gefühl geben, willkommen zu sein.
Insgesamt kann ich eine positive Bilanz der letzten drei Wochen ziehen und freue mich auf die noch verbleibenden drei.
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