Die zweite Praktikumswoche
30. August - 03. September 2010


Jan-B. Fischer & Maurice Zomorrodi, Düsseldorf

Woche zwei: Alltag stellt sich ein.

Auf Anhieb finden wir den Eingang zur Kanzlei, die Ehrenrunden im Paternoster werden nur noch zu besonderen Anlässen gedreht und Säfte werden auch kaum noch getrunken.

Trotz allem ist es alles andere als langweilig geworden. Es gibt immer mehr für uns zu tun und auch das Niveau der Aufgaben nimmt stetig zu. Finale Korrekturen an einem Statement of Claim mussten vorgenommen und ein Wertpapierprospekt erstellt werden. Highlight der Woche war die Teilnahme an einer Telefonkonferenz mit der Kanzlei der Gegenseite, um Einzelheiten des Prospekts zu besprechen. Am Montag wurde die Praxisgruppe M&A von Christoph Neven in einem äußerst lehrreichen Vortrag gut verständlich vorgestellt.

Insgesamt waren wir die gesamte Woche stark mit der Erledigung der uns aufgetragene Aufgaben beschäftigt. Zum ersten Mal während unseres Praktikums kamen wir in Kontakt mit Termindruck, und so verbrachten wir am Freitag dann auch mehr als 12 Stunden in der Kanzlei, um unsere Aufträge rechtzeitig fertig stellen zu können. Glücklicherweise wurden die Überstunden mit einer Taxifahrt nach Hause entlohnt und so begannen wir das Wochenende mit dem Gefühl, nun gänzlich in der Großkanzlei angekommen zu sein.

Am Dienstag genossen wir beim gemeinsamen Mittagessen wie üblich in der Brauerei „Im Schiffchen“ Braumeistersteak mit Senf-Zwiebel-Sauce, am Freitag hörten wir im Rahmen des wöchentlich stattfindenden „Brain-Seminars“ einen Vortrag von Melanie Probst und Kyrylo Chilevych über den Regierungsentwurf des Dritten Gesetzes zur Änderung des Umwandlungsgesetzes.

Am Ende der Woche sind wir froh, derart freundlich in der Kanzlei aufgenommen und in die Arbeit eingebunden worden zu sein. Wir genießen die angenehme Atmosphäre sowie die bereits routinierte Zusammenarbeit sowohl im Kreise der Mitpraktikanten als auch mit den Mentoren.



Philip Schmoll, Frankfurt

Für meine fünf Frankfurter Praktikantenkollegen fing am 30. August bereits die zweite Woche ihres Praktikums an. Für mich war es hingegen die Erste, da ich an der ersten offiziellen Woche aus terminlichen Gründen leider nicht teilnehmen konnte.

So fand ich mich ebenfalls montags um 9:00 Uhr im Eingangsbereich der Sozietät in Frankfurt ein. Mein Mentor Wichard Graf von Hardenberg als auch die Office Managerin begrüßten mich herzlich und wiesen mich trotz meiner verspäteten Ankunft detailgetreu in die Arbeitswelt des Frankfurter Büros ein. Alsbald durfte ich dann auch die anderen Praktikanten kennenlernen, von denen ich ebenfalls herzlich empfangen wurde. Insbesondere von meiner Bürokollegin Juliane erfuhr ich große Hilfsbereitschaft bei der Eingewöhnung in das EDV-System und andere Arbeitsabläufe, was es mir leicht machte, mich bereits am ersten Arbeitstag sehr wohl zu fühlen.

Nach der Einweisung wurde ich dann meinem Mentor-Partner Herrn Dr. Roger Kiem und seinem restlichen Team vorgestellt, das hauptsächlich im Bereich Mergers & Acquisitions tätig ist. Herr Dr. Kiem führte mich gemeinsam mit meinem Mentor sofort in die Mandatsarbeit ein. Ich erhielt die entsprechenden Verträge zu einem komplexen Unternehmenskauf einer Fondsgesellschaft, um diese genau studieren und nachvollziehen zu können.

Die Mittagspause ließ jedoch nicht lang auf sich warten und alle Praktikanten samt ihrer Mentoren fanden sich pünktlich um 12:30 Uhr im Konferenzraum „New York“ ein, um an der wöchentlichen Vorstellung einer Praxisgruppe der Sozietät teilzunehmen. Nachdem wir das gemeinsame Lunch beendet hatten, stellte uns Herr Dr. Christoph Neven die Praxisgruppe Mergers & Acquisitions per Videokonferenz aus dem Düsseldorfer Büro vor. Durch den Vortrag konnte ich sodann meine Mandatsarbeit mit neuerlerntem Wissen am Nachmittag fortsetzen und mich dem Thema „Closing eines M & A – Verfahrens“ widmen.

Der zweite Tag begann bereits mit einem angenehmen Gefühl von Gewohnheit. Nach und nach lernte ich weitere Mitarbeiter und Anwälte kennen, die sich mir stets freundlich vorstellten. In den Büros und auf den Gängen bekam ich die offene und kollegiale Zusammenarbeit zwischen allen Mitarbeitern zu spüren, was eine angenehme Arbeitsatmosphäre erblicken ließ. Dies zeigte sich insbesondere in dem Team, dem ich zugeteilt bin. Mein Mentor arbeitete mich sofort in ein weiteres, neues Mandat des Teams ein, da ich am Nachmittag einer Besprechung zu diesem beiwohnen durfte. In der Besprechung wurde zunächst durch zwei Partner und meinen Mentor der grobe Sachverhalt dargelegt, was allein zwei Stunden beanspruchte. Die gesamte Aufarbeitung des Sachverhalts wird vermutlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Dies führte mir wieder einmal die Komplexität und Fülle von Informationen einer wirtschaftsrechtlichen Streitigkeit vor Augen.

Auch der Mittwoch sollte weitere interessante Fragestellungen und Erfahrungen hervorbringen. Ich bemerkte, wie meine Tage einen gewissen Arbeitsrhythmus bekamen. Den Vormittag verbrachte ich mit der Mandatsarbeit. Um 12:30 Uhr begann dann das wöchentliche Brain-Lunch. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit zahlreichen Partnern und Associates hielt diesmal Herr Andreas Wieland einen Vortrag über „Die Beratung bei einem M&A-Verkaufsprozess am Beispiel des Buy-outs eines Private Equity Sponsors“. Anschließend strömte die gesamte Zuhörerschaft in ihre Büros, um die bereits wartende Arbeit wieder aufzunehmen. So bekam auch ich von Herrn Simon Weiß eine neue Rechercheaufgabe für ein kapitalmarktrechtliches Memorandum, das für einen Mandanten des Londoner Büros zu fertigen war. Der Mandant interessierte sich für die hiesige Rechtslage, um gegebenenfalls etwaige Märkte in Deutschland zu erschließen. Hierbei fiel mir die enge, kooperative Zusammenarbeit der weltweit verteilten Büros von Shearman & Sterling auf.

Mein Höhepunkt des donnerstags hinsichtlich der Mandatsarbeit stellte die Teilnahme an einer Telefonkonferenz zwischen Herrn Dr. Kiem sowie meinem Mentor Graf von Hardenberg und einem Mandanten dar, in der es um den Kauf einer Beteiligung und die Änderung eines Konsortialvertrages ging. Auf Seiten des Mandanten nahm ein Syndikus des Unternehmens teil, mit dem eine rege Diskussion über die bereits eingearbeiteten Änderungen stattfand. Gegen 19:45 Uhr brachen dann alle Praktikanten mit einigen Anwälten in Richtung einer typisch frankfurterischen Apfelweinkneipe in Sachsenhausen auf, um gemeinsam Abend zu essen. Dies war eine gute Möglichkeit, sich mit den Anwälten über allerlei Themen in einem ungezwungenen Rahmen auszutauschen. Anschließend ließen wir den Abend gemeinsam mit den Anwälten in einer Sachsenhäuser Bar gemütlich ausklingen.

Durch die exzellente Einbindung in die Mandatsarbeit und andere Aktivitäten vergingen die Tage wie im Fluge. Freitagvormittag verwandt ich zum Einlesen in die Moot Court-Unterlagen. Hierdurch gab es in ruhigeren Phasen der Woche immer eine adäquate Tätigkeit, durch die ich erstmals in die Berührung mit dem Internationalen Vertragsrecht kam. Am Nachmittag nahm ich wiederum an der Fortsetzung der Telefonkonferenz teil, in der weitere Passagen des Konsortialvertrages eruiert wurden.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass diese Woche definitiv Lust auf die kommenden Wochen bei Shearman & Sterling macht!



Lucas Jürss, München

Es ist 08:00 Uhr morgens am Montag und der Wecker klingelt. Der Beginn meiner zweiten Praktikumswoche in der Abteilung "M&A and Corporate" im Münchener Büro von Shearman & Sterling wird eingeläutet, was ich auch daran merke, dass das Anzugtragen weitere Überlegungen i.S.v. "was ziehe ich denn heute an" hinfällig macht. Jede Hemdfarbe ist gut, solange es blau ist. Bei der Krawattenfarbe kann ich im Zweifel immer noch die Entschuldigung vorbringen, ein Mann zu sein und kein Auge für Farben zu haben. Aufstehen macht so wesentlich mehr Spaß. Gut gelaunt betrete ich um 9:00 Uhr das Büro.

Heute arbeite ich an einer Frage mit Bezug zur Schiedsgerichtsbarkeit und dem Zivilprozessrecht. Zwar betrete ich juristisch gesehen viel Neuland, aber genau das soll das Praktikum ja bieten. Es macht Spaß, gefordert zu werden, und jedem, der dies liest und mit dem Gedanken spielt sich auch für einen Praktikumsplatz bei Shearman & Sterling zu bewerben, kann ich genau dies mitgeben: Langweilig wird es hier nicht.

Im weiteren Verlauf des Tages wird uns in einer Videokonferenz die Praxisgruppe "M&A and Corporate" vorgestellt. Davor gibt es Mittagessen. Danach widme ich mich wieder der Recherchearbeit, bis ich Feierabend mache.

Den Dienstag verbringe ich damit, noch einmal zu der oben bereits erwähnten Frage zum Zivilprozessrecht einige Nachforschungen anzustellen und dann meine Ergebnisse in einem Vermerk zusammenzufassen.

Einen Tag später, am Mittwoch, spreche ich dann gemeinsam mit dem Anwalt, der mir die Aufgabe zuwies, und einem Referendar und Praktikanten aus Düsseldorf, die sich mit weiteren Teilaspekten dieser Frage beschäftigten, die Ergebnisse via Telefon durch. Es ist interessant zu sehen, wie gut die drei Niederlassungen von Shearman & Sterling in Deutschland miteinander vernetzt sind.

Den Donnerstag und Freitag verbringe ich damit, zu einer neuen Frage mit Bezug zum Bilanzrecht Recherchen anzustellen und die Ergebnisse am Freitag erneut schriftlich zusammenzufassen.


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