Die erste Praktikumswoche
1.-7. September 2008
Stefanie Possienke, Düsseldorf
Vor einigen Wochen habe ich noch für meine letzten Schwerpunktsprüfungen gelernt, doch am Montag sollte es endlich soweit sein: Der Startschuss für mein sechswöchiges Praktikum bei Shearman & Sterling! Noch hatte ich keine Ahnung, was auf mich zukommen sollte und klar, ein bißchen Aufregung gehörte auch dazu. Aber als ich Agnes, eine weitere Praktikantin mit der ich jetzt auch in einem Büro sitze, schon vor der Kanzlei traf und wir uns einander bekannt machten, war schon ein Stück meiner Aufregung verflogen. Im Empfangsbereich lernte ich auch gleich alle anderen Praktikanten und Praktikantinnen des Düsseldorfer Büros kennen. Nach dem Empfang durch Dr. Marco Sustmann bekamen wir Praktikanten eine Einführung in das EDV-System. Zum Mittagessen wurden wir von unseren Mentoren und zugeteilten Partnern abgeholt. Gut eine Stunde und eine Mahlzeit später stellte ich erleichtert fest, dass all meine Aufregung vergebens war. Am Montagnachmittag wurden unsere EDV-Kenntnisse noch weitere zwei Stunden geschult, bevor ich die mir zugeteilte Abteilung Antitrust kennen lernte. Wenig später war mein erster Praktikumstag auch schon vorüber.
Am Dienstag erwartete uns die erste Vorstellung einer Praxisgruppe. Via Video- und Telefonkonferenz berichtete Christina Schütz über ihre Erfahrungen im Bereich International Arbitration.
Im Laufe der ersten Woche habe ich an verschiedenen Fällen gearbeitet. So bestand eine meiner Aufgaben darin einen Sachverhalt zu analysieren und auszuwerten. Anschließend habe ich zusammen mit meinem Mentor Dr. Jan Hendrik Wiethoff an einem Fragenkatalog gearbeitet, der dem Mandanten ausgehändigt werden sollte. Ein anderes Mal betrat ich für mich rechtlich völliges Neuland: das Investmentgesetz. Doch nach einiger Einarbeitungszeit hatte ich unter anderem die Genehmigungsvoraussetzungen für ausländische Investmentgesellschaften, die ihre Fonds in Deutschland vertreiben wollen, ausfindig gemacht. Auch die Literaturrecherche, z.B. über Gun-Jumping, gehörte zu meinen Aufgaben in der ersten Woche.
Bevor am Freitagabend die erste gelungene Praktikumswoche zu Ende ging, durften wir Praktikanten mittags am Brain-Lunch teilnehmen. Carlos Robles y Zepf referierte über die Gestaltung von Vertraulichkeitsklauseln.
Alexandra Tsesis, Frankfurt
Alles begann am 01. September 2008 um Viertel vor neun, als sechs Praktikanten vor der Rezeption von Shearman & Sterling saßen, gespannt, was nun auf sie zukommen würde. Die kurze Wartezeit haben wir genutzt, um uns kennen zu lernen. Wie sich herausstellte sind wir ein bunt gemischtes Team aus Mainz, Frankfurt, Heidelberg, Osnabrück und Freiburg.
Nach einer Begrüßung durch Frau Dr. Esther Jansen, der Hiring Partnerin in Frankfurt, wurden wir in unsere Praxisgruppen eingeteilt, wobei ich mich sehr freute, dass die aus unseren Bewerbungen hervorgehenden Interessen berücksichtigt wurden – so kam ich zu International Arbitration.
Es folgte eine Einweisung in den Arbeitsschutz bei Shearman & Sterling durch die Office Managerin Frau Boos. Anschließend erwartete uns eine ausführliche Schulung im GTS (Global Technology Solutions) – der hiesigen EDV-Abteilung, in der wir lernten Daten zu recherchieren, zu bearbeiten und an der richtigen Stelle im System abzuspeichern. In der Mittagspause wurden wir gemeinsam mit unseren Mentoren zum Mittagessen eingeladen. Hier bot sich die erste Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre, Kontakte mit Partnern, Associates und Referendaren zu schließen.
Im darauf folgenden zweiten Teil unserer GTS-Schulung wurden wir mit den E-Mail- und Telefonsystemen der Kanzlei vertraut gemacht, wofür ich in der nachfolgenden Woche häufig sehr dankbar war. Eine Einweisung in die Bibliothek rundete unsere gemeinsame Einführung ab. Insgesamt wurden wir meiner Ansicht nach überdurchschnittlich gut mit aller relevanten Technik vertraut gemacht, was die Arbeit in der ersten Woche wesentlich erleichterte. Der erste Tag endete mit einer kurzen Vorstellung der Teams in der Praxisgruppe. Das International Arbitration Team besteht aus einem Partner, vier Associates, zwei Legal Assistants und einer Trainee, die mich alle sehr freundlich empfingen und ihre jederzeitige Hilfe anboten. Ich fühlte mich sofort sehr gut aufgehoben.
Im Laufe meiner ersten Woche bei Shearman & Sterling konnte ich einen guten Einblick in die Arbeitsweise dieses Teams gewinnen, wobei ich feststellte, dass es hier keinen „Alltag“ gibt. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und es gibt jeden Tag neue, interessante Aufgaben. So durfte ich auch schon an einer Telefonkonferenz teilnehmen, einen Bericht im Zusammenhang mit einem Compliance - Mandat lesen und einer Podiumsdiskussion „Transatlantic Users' Expectations of the International Arbitral Process - Two Worlds Apart?“ beiwohnen. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich sofort eine eigenständige größere Aufgabe erhalten habe, die darin bestand, eine Präsentation zum Thema „European Court of Human Rights – Compensation for Expropriations“ vorzubereiten. An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass dieses Praktikum durchaus auch ohne Vorkenntnisse im jeweiligen Bereich machbar ist, man muss nur ausreichend Neugierde und ein bisschen Lese-Ausdauer mitbringen.
Schließlich gab es auch bereits in der ersten Woche zwei interessante Veranstaltungen, die wir als Praktikanten besuchen durften. Zum einen konnten wir am Brain-Lunch teilnehmen, einem gemeinsamen Essen, bei dem jede Woche ein anderes aktuelles Thema behandelt wird. Diese Woche berichteten Olena Tokman und Joachim Grittmann über den „Schutz vor ausländischen Investoren - zum Regierungsentwurf zur Änderung des Außenwirtschaftsrechts“. Zum anderen wurde uns bei einem weiteren gemeinsamen Lunch die Praxisgruppe International Arbitration von Christina Cathey Schütz vorgestellt.
Wie man sieht, ist eine Woche voller Erlebnisse vergangen und uns erwarten noch fünf weitere, auf die ich mich schon jetzt sehr freue.
Max Kanzow, München
Am 1. September begann ich mein Praktikum im Münchener Büro von Shearman & Sterling. Meine beiden Mitpraktikanten und ich wurden von der lokalen Office Managerin empfangen und unseren Mentoren vorgestellt. Mein Mentor führte mich dann durch die Kanzlei und stellte mir alle Mitarbeiter vor.
Nach einem ersten Kennenlernen der anderen Praktikanten sowie der Mentoren und Partner beim gemeinsamen Lunch begann dann gleich die Mitarbeit in unseren jeweiligen Abteilungen. In meinem Falle also lernte ich die Arbeit im Bereich Corporate/M&A kennen. Gerade am Vortag war der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank durch die Allianz abgeschlossen worden – Shearman & Sterling beriet die Allianz.
Von Anfang an wurde man in die Mandatsarbeit einbezogen und bekam anspruchsvolle Aufgaben zugeteilt. Sofern man dabei Fragen hatte oder nicht weiterkam konnte man ohne weiteres jederzeit seinen Mentor ansprechen. Daneben gab es auch abteilungsübergreifend organisierte gemeinsame Veranstaltungen, bei denen man zum Beispiel die verschiedenen Practice Groups vorgestellt bekam. Den Abschluss der Woche bildete die wöchentliche Fortbildungsveranstaltung „project brain“, bei der aktuelle rechtliche Themen präsentiert und diskutiert wurden.
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