Die erste Praktikumswoche
22. - 26. August 2011
Benjamin Karcher, Düsseldorf
Montagmorgen um kurz vor 9 Uhr betrete ich das Kanzleigebäude von Shearman & Sterling LLP und fahre, selbstverständlich mittels Paternoster, in die 5. Etage zum Empfang. Beeindruckt von der sehr schicken und modernen Ausstattung innerhalb des historischen Gebäudes, werde ich in einen Konferenzraum geführt, in dem sich die diesjährigen Praktikanten zum ersten Mal begegnen und vorstellen. Wir werden sodann von Herrn Dr. Sustmann freundlich empfangen und erhalten u.a. die Broschüre des geplanten Programms. Dieses erscheint bereits auf den ersten Blick sehr interessant, vielfältig und abwechslungsreich.
Nach der Begrüßung erhalten wir von Frau Jatzkowski, der Office Managerin, eine administrative Einführung. Den Rest des Vormittags verbringen wir mit einer IT-Einführung durch Herrn Streich, der uns u.a. das Firmen-Intranet, die Email-Verwaltung, sowie die Dokumentenverwaltung näher bringt. Anschließend findet ein gemeinsames Mittagessen mit den Mentoren statt. Am Nachmittag wird die IT-Einführung fortgesetzt, bevor wir eine kurze Bibliotheksführung durch Frau Fröhlich erhalten. Nach den Einführungen werden wir am späten Nachmittag in unsere Büros geführt und auf der jeweiligen Etage vorgestellt. Nach dem freundlichen Empfang der 7. Etage, werde ich durch meinen Mentor in die aktuellen Fälle der Praxisgruppe eingeführt.
Nach diesem überaus spannenden und lehrreichen ersten Tag darf ich dann am Dienstag sogleich aktiv an einem Fall mitarbeiten. Es handelt sich hierbei um ein internationales Schiedsverfahren. Für die von Shearman & Sterling erstellte Schiedsklage prüfe ich, ob alle erforderlichen Dokumente und Anlagen korrekt vorliegen. Dienstags findet außerdem stets ein gemeinsames Mittagessen mit den Kollegen statt. Dies bietet die wunderbare Möglichkeit sich über alle brennenden Fragen auszutauschen und besser kennenzulernen.
Am Mittwoch arbeite ich zunächst weiter an erwähntem Anlagenverzeichnis, bevor ich einen eigenen (arbeitsrechtlichen) Vermerk erarbeite. Thema ist die Anwendbarkeit des TKG bei vom Arbeitgeber erlaubter Privatnutzung der Internet-, Email-, und Telefonsysteme – insbesondere zur neuen Entwicklung der Rechtsprechung.
Der Donnerstag beginnt mit der kurzen Analyse eines Bundesverfassungsgerichtsurteils, bevor ich mich wieder der Schiedsklage zuwende und hierfür diesmal nach zusätzlich verwertbaren Dokumenten suche. Das Mittagessen mit den anderen Praktikanten findet im Konferenzraum statt, da wir hiernach eine Videokonferenz mit den Büros in München und Frankfurt abhalten. Uns wird nun von Frau Kläsener (Frankfurt) die Praxisgruppe International Arbitration vorgestellt. Die Vorstellung der diversen Praxisgruppen ist Teil des Programms und gibt stets einen tieferen Einblick in das jeweilige Arbeitsfeld. Dies ist eine gute Gelegenheit die unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kanzlei kennenzulernen – auch um das eigene Interesse für bislang vielleicht weniger bekannte Rechtsgebiete zu wecken.
Am Freitag arbeite ich weiter am Schiedsverfahren und beginne einen Vermerk zu erstellen, welcher sich mit möglichen weiteren Ansprüchen der von Shearman & Sterling vertretenen Klägerin beschäftigt. Ferner nehmen wir Praktikanten am sog. Brain-Lunch teil. Hierbei wird, nach gemeinsamem Lunch, von Frau Dr. Daghles zum Thema des Verbotes der Marktmanipulation referiert. Durch diese allwöchentliche Veranstaltung kann man sich über aktuell relevante Rechtsthemen austauschen und fortbilden.
Krönender Abschluss der Woche war schließlich am Freitagnachmittag das Sommerfest. Dieses lohnte sich nicht nur aufgrund des hervorragenden Essens und des guten DJs, sondern insbesondere auch durch die Möglichkeit die Kollegen und Anwälte in schöner Feieratmosphäre näher kennenzulernen.
Ich denke der geschilderte Wochenverlauf zeigt, wie abwechslungsreich und spannend der Start des Student meets Practice Programms war. Hervorzuheben ist letztlich noch die sehr freundliche und professionelle Atmosphäre innerhalb der Kanzlei. Persönlich danken möchte ich noch meinem Mentor, sowie Dirk Neumann, die mich sofort in das Team integrierten und mir von Anfang an interessante Aufgaben übergaben.
Die erste Woche jedenfalls erzeugte viel Vorfreude auf das, was noch kommt…
Theresa Bauerdick, Frankfurt„Wird schon schiefgehen“ war mein erster Gedanke als ich am Montagmorgen die Eingangshalle von Shearman & Sterling LLP in Frankfurt am Main betrat. Nach kurzem Kennenlernen der anderen fünf Praktikanten ging es dann auch schon los. Jede Aufregung war umsonst gewesen. In „Washington“ wurden wir von den beiden Partnern Dr. Bodo Bender und Dr. Esther Jansen begrüßt und für die nächsten sechs Wochen herzlich willkommen geheißen. Schnell ein paar Sicherheitshinweise und „Policies“ der Kanzlei besprochen, ging es zur hausinternen Bibliothekführung. Dies hat sich auch schnell als sehr hilfreich herausgestellt… Schließlich wurden wir dann in unsere einzelnen Praxisgruppen begleitet. Für mich war es die Abteilung European Corporate (Gesellschaftsrecht/M&A). Bevor es an die tägliche Arbeit ging, war ein näheres Kennenlernen meiner Mentorin, des Teams und anderer Praxisgruppen beim gemeinsamen Mittagessen möglich. Den Nachmittag arbeitete ich mich schließlich in die verschiedenen laufenden Mandate ein und konnte mir so einen ersten kleinen Überblick über die verschiedenen Tätigkeiten der Anwälte verschaffen.
Den nächsten Tag erhielten wir eine umfangreiche Schulung für das interne Computersystem. „Learning by doing“ hieß das Motto, waren es doch so viele Eindrücke, die es zu verarbeiten galt. Den Rest der Woche verbrachte ich vor allem in meiner Praxisgruppe. Neben Rechercheaufgaben arbeitete ich vor allem an SPAs, weiteren Due Diligence Reports oder Aufsätzen mit. Auch durfte ich selbst einen Bereich des aktuellen „Datenraums“ durchsuchen und auswerten. Und gab es auch immer mal wieder Probleme, so hatten alle jederzeit ein offenes Ohr und halfen gerne weiter.
Neben der Tätigkeit im Büro wurden viele weitere abwechslungsreiche „Aktivitäten“ angeboten. Beim wöchentlichen Brain-Lunch mit den Anwälten aller Praxisgruppen lernten wir neue Entwicklungen im europäischen Gesellschaftsrecht kennen. Zudem wurde uns die Arbeit eines Associates in der Abteilung „International-Arbitration“ vorgestellt; ein Rechtsgebiet, das in der Universität doch sehr wenig behandelt wird, wie sich im gemeinsamen Gespräch aller Praktikanten per Videokonferenz herausstellte. Am Donnerstag ging es nach Feierabend gemeinsam mit den Mentoren und vielen Anwälten „dribb de Bach“ nach Sachsenhausen zum zünftigen Frankfurter Essen und „Äppelwoi“-Trinken. Kurzum, es war eine schöne und ereignisreiche Woche, in der ich viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnte. Leider ging sie viel zu schnell um. Doch freue ich mich jetzt auf das, was in den nächsten Wochen noch kommen wird…
Christoph Schoppe, München
Student meets Practice. „Students“; das sind in unserem Fall: Jacqueline, Clara und ich. „Practice“; das sind die Praxisgruppen Tax, Finance und Corporate bei Shearman & Sterling. Unser „Meetingpoint“; das Büro im Oberanger, in dem vergangenen Montag bei bestem Münchner Wetter (eine Tatsache, die zu betonen ich als Nordlicht nicht müde werde), unser Praktikum begann. Sechs Wochen lang werden wir den Anwälten über die Schulter schauen, selbst ein bisschen mitarbeiten und darüber auf diesem Blog berichten.
Doch bevor überhaupt über irgendwelche Schultern auf juristische Probleme geschaut werden kann, ist zunächst das nicht-juristische Aufnahmevermögen gefragt – Einführung in die Dokumentenverwaltung, das Telefonsystem, die Bibliothek, den Datenschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz, das E-Mail System und schließlich die Verschwiegenheitsrichtlinien. Damit ist wahrscheinlich auch klar, dass unser erster Tag nicht zu lang wurde und unsere juristische Entdeckungsreise in die unbekannten Gefilde einer Großkanzlei doch bis Dienstag warten musste.
Dann aber ging es los: Projektnamen, Abkürzungen und spannende neue Worte erwarteten mich, als ich mich in mein erstes Projekt einlas: „Was ist ein MSPA? Was ein SHA? Und überhaupt, warum ist plötzlich alles auf English?“ In Corporate, so habe ich gemerkt, muss man sich einlesen: Klageschriften, interne Tabellen und Emailkorrespondenz – wie ein Mosaik setzt sich langsam aus mehreren Einzelteilen ein großer Fall zusammen. Plötzlich ergeben Zusammenhänge und Zeichenkombinationen Sinn und Schritt für Schritt stellt sich ein gewisses Verständnis ein. Man versteht die Unterhaltungen über den Fall – meistens zumindest; sonst ist aber immer ein Mentor da, der dann informationelle Ersthilfe leistet – und kann langsam anfangen eigene Aufgaben zu übernehmen, Dokumente durchzuarbeiten und kleinere Rechtsfragen zu beantworten.
Und dann ist man tatsächlich „mittendrin statt nur dabei“ in der Großkanzlei.
Zurück